Seit über acht Generationen finden sich bereits Kölner Bürger in der Casino-Gesellschaft Köln 1809 zusammen.

Sie sprechen miteinander über viele Themen, feiern gerne und stellen eine Gemeinschaft dar, die die Pflege des gesellschaftlichen Lebens zum Ziel hatte und immer noch hat.

Vor mehr als 200 Jahren, am 28.10.1809 fanden sich 40 Kölner Bürger zusammen um eine Gesellschaft mit dem Namen „Societé“ zu gründen. Das war die Vorläufergesellschaft der „Casino-Gesellschaft Köln 1809“.  Die Mitglieder der Gesellschaft stammten aus allen Berufen und verschiedenen Konfessionen – sogar Verantwortliche aus der Regierung, dem Stadtrat und von großen Kölner Firmen gehörten dazu.

Die Namensgebung „Societé“ musste sein, um sich zum einen vom „Militär-Casino“ der damaligen französischen Besatzungszeit abzuheben und zum anderen, um sich nicht als Zunft oder Bruderschaft darzustellen, die von den Franzosen nicht geduldet wurden. Die „Societé“ wurde jedoch akzeptiert, weil sie sich ausschließlich dem gesellschaftlichen Leben widmete und sogar ihre Räume für Empfänge der Öffentlichkeit zur Verfügung stellte – auch für die französische Welt.

Als die Herrschaft der Franzosen im Jahr 1814 zusammenbrach, verwandelte sich auch die „Societé“ zunächst in die „Primaire-Gesellschaft“ und 1820 schließlich in die „Casino-Gesellschaft Köln 1809″.

Bei der geschichtlichen Betrachtung zeigt es sich, dass der Sitz der Gesellschaft, also das Haus in dem das gesellige Leben stattfand, damals enorm wichtig war und heute grundsätzlich auch noch ist  auch wenn sich die Zeiten stark geändert haben. Zunächst residierte man zur Miete im ‑“Hackeney-Palast“ am Neumarkt.

1823 wurde der Kölner Karneval reformiert und das Festkommitee Kölner Karneval gegründet. Einige der damals neu gegründeten Karnevalsgesellschaften, darunter zum Beispiel ‑ die „Große Kölner von 1823″ oder auch die ‑“Funke Ruut Wies von 1823“ wurden auch durch führende Mitglieder der Casino-Gesellschaft ins Leben gerufen.

Die ersten Symbolfiguren des Kölner Karnevals, der „Held Karneval“ und die ‑“Venezia“  eine Männerrolle wie heute die Jungfrau wurden aus der Casino-Gesellschaft gestellt.

1832 hatte man so viel Geld zusammen, dass am Augustinerplatz Nr. 7 das‑ Casino-Palais“ als erstes eigenes Haus bezogen werden konnte. Mehr als ein Jahrhundert lang bewegte sich ein Großteil des gesellschaftlichen Lebens der Stadt Köln in diesem für Köln wertvollen Haus.

Fest im Augustinerpalais
Fest im Augustinerpalais

Die heutigen Gürzenich-Konzerte wurden ab 1833 mit dem Namen ‑ Konzert-Gesellschaft“ zunächst im neuen Casino Palais veranstaltet, bis 1857 der alte Gürzenichsaal wieder hergestellt war.

In den 1840ger Jahren wurde von humorvollen Kölner Bürgern, zumeist Casino-Mitglieder, auf dem Augustinerplatz vor dem Casino-Gebäude an den Karnevals-Dienstagen die sogenannte ‑ Lucretia-Bude“ aufgestellt. In dieser Bude führten sie Theaterstücke auf, die dem heutigen Divertissementchen des KMGV ähnelten. Auch diese Idee wird heute noch fortgeführt.

1919 beschlagnahmte die englische Besatzungsmacht unser Casino-Palais und blieb 5 Jahre lang. Sie hinterließ das vorher schöne Haus in einem desolaten Zustand und nur mit großem finanziellem Engagement der Mitglieder konnte es wieder hergerichtet werden.

Wiederum wurden hier Versammlungen, Vorträge, musikalische Veranstaltungen und Feste durchgeführt, was für manchen Kölner eine großartige Tradition war.

Leider verlor die Gesellschaft ihr Haupthaus am Augustinerplatz durch einen Durchbruch für die West-Ost-Verbindung Kölns im September 1938. Sie musste es für einen viel zu niedrigen Ausgleichswert an die Stadt Köln verkaufen und verlor somit einen Großteil ihres Vermögens.

Ein neues „altes“ Haus am Marienplatz wurde im gleichen Jahr übernommen, das allerdings dem Bombenhagel 1942 zum Opfer fiel. Nach dem 2. Weltkrieg wurde in dem fast zerstörten Haus provisorisch eine kleine Bleibe zurecht gebaut - die Kegelbahn funktionierte immerhin noch, doch größere Feste mussten auswärts begangen werden.

Das Clubleben kam nur sehr schwach in Gang und die Mitgliederzahl sank erheblich. – Eine neue, feste Bleibe musste her.

Erst 1973 wurde es nach dem Verkauf des Grundstücks am Marienplatz an eine Baugesellschaft möglich, für die Casino-Gesellschaft im Neubau neue Räumlichkeiten für Feste und eine Kegelbahn als Eigentum zu erwerben. Alles zusammen immerhin 400 qm.

2004 musste aus Kostengründen auch dieses Haus verkauft werden. Feste und Zusammenkünfte finden seither in wechselnden Lokationen statt.

In den vergangenen Jahren wurde das gesellschaftliche Zusammensein auch im Rahmen verschiedener Reisen ins umliegende In- und Ausland bereichert.

Hier sei unter anderem die Reise zum Morgenstreich nach Basel in die Schweiz, ein Ausflug nach Dresden, ein Besuch in der Arena di Verona in Italien, eine Rundreise durch Belgien und in diesem Jahr eine Schiffsreise auf dem Rhein quer durch Holland explizit erwähnt.

Eintrag ins Kölner Buch 31.10.2009
Eintrag ins Kölner Buch 31.10.2009

Der bisher letzte große Höhepunkt war das Fest anlässlich des 200jährigen Bestehens der Casino-Gesellschaft 1809 am 31.10.2009 mit einem Festakt im historischen Rathaus von Köln.

Jedes Jahr gibt es ein abwechslungsreiches Programm – schauen Sie doch mal rein.

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